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Tradition trifft Religion

Während viele wahrscheinlich gar nicht mehr wissen, warum der zweite Donnerstag nach Pfingsten ein Feiertag ist und einfach das verlängerte Wochenende genießen, ist Fronleichnam für gläubige Christen ein hoher kirchlicher Feiertag. Es ist das „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“.
Dass die Menschen im Ötztal bis heute vom „Bluatstag“ reden, zeigt die tiefe religiöse Verwurzelung, die ihren Ausdruck in der Fronleichnamsprozession findet. In meiner Heimatgemeinde sind es gleich drei Prozessionen in den Ortsteilen Umhausen, Tumpen und Niederthai, in denen Glaube und Tradition über Generationen weiterleben. Eine besondere Ehre ist es für mich, jedes Jahr
gemeinsam mit unseren Nachbarn einen Altar zu gestalten.
Mich berühren diese gelebten Traditionen, sie geben Halt und erinnern uns daran, wo unsere Wurzeln liegen. Gerade weil wir in einer Zeit leben, in der alles schnell gehen muss, kaum mehr etwas verbindlich ist, die Menschen verunsichert sind und nach Antworten suchen. Deshalb ist diese Verbindung von Glaube, Brauchtum und Zusammenhalt, dieses Gefühl von Heimat für viele Menschen so wertvoll. Auch für mich.